Ein Multi Family Office (MFO) ist eine unabhängige Struktur, die mehreren vermögenden Familien gleichzeitig Leistungen der Koordination, des Reportings und der Vermögens-Governance erbringt. Anders als ein Single Family Office (SFO), das von einer einzigen Familie gegründet und finanziert wird, bündelt das MFO seine Ressourcen und sein Fachwissen über mehrere Mandanten hinweg und macht so hochwertige Leistungen ab bescheideneren Vermögensschwellen zugänglich.
Single Family Office vs. Multi Family Office
Das Single Family Office ist die historische Lösung der grossen Dynastien: ein dediziertes Team, ein eigenes Budget, eine massgeschneiderte Governance. Es setzt ein Vermögen voraus, das gross und komplex genug ist, um die Kosten einer internen Struktur zu rechtfertigen. Ist dies nicht der Fall, spricht das Kosten-Nutzen-Verhältnis für einen gebündelten Ansatz.
Das Multi Family Office bietet dieselbe Servicetiefe — konsolidiertes bankenübergreifendes Reporting, Überwachung der delegierten Verwalter, Governance-Beratung, Begleitung bei der Nachlassplanung — ohne die Fixkosten einer internen Organisation. Die Familien profitieren von einem erfahrenen Team, bewährten technologischen Werkzeugen und einem Netzwerk etablierter Partner (Banken, Juristen, Steuerspezialisten, Trustees), alles im Verhältnis zu ihrer Vermögenssituation.
Was ein Multi Family Office tatsächlich tut
Es ist wesentlich, die Koordination von der Vermögensverwaltungsberatung zu unterscheiden. Ein MFO ist kein Vermögensverwalter. Es trifft keine Anlageentscheidungen anstelle der von der Familie ausgewählten Banken oder unabhängigen Verwalter. Seine Rolle besteht darin, das gesamte Vermögensdispositiv zu organisieren, zu beaufsichtigen und lesbar zu machen:
- Konsolidiertes Reporting: Die bei mehreren Bankinstituten gehaltenen Positionen zusammenführen und daraus eine einheitliche, in der von der Familie gewählten Referenzwährung bewertete Sicht erstellen.
- Überwachung der Mandate: Kontrollieren, dass die delegierten Verwalter ihr Mandat einhalten, ihre risikoadjustierte Performance analysieren, unabhängige Empfehlungen formulieren.
- Koordination der Beteiligten: Steuerspezialisten, Notare, Anwälte, Trustees — das MFO orchestriert die Beteiligten und stellt die Gesamtkohärenz sicher.
- Familien-Governance: Die Entscheidungsgremien strukturieren, bei der Ausarbeitung einer Familiencharta begleiten, die Übergabe an die nächsten Generationen vorbereiten.
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An wen richtet sich ein Multi Family Office?
Das typische Profil ist eine Familie mit mehreren Bankkonten, Vermögenswerten in verschiedenen Ländern oder einer wachsenden Komplexität im Zusammenhang mit einem Familienunternehmen, einem Erbe oder einem vorzeitigen Ruhestand. Im Allgemeinen lassen sich vier Signale unterscheiden, die darauf hinweisen, dass ein MFO einen echten Mehrwert bringt:
- Die Komplexität nimmt zu: mehrere Banken, mehrere Währungen, Beteiligungsstrukturen (Holdings, Stiftungen, Trusts), die ohne dediziertes Werkzeug schwer zu verfolgen sind.
- Die Zeit fehlt: Die Familienmitglieder, oft beruflich aktiv, können die Überwachung ihres Vermögens nicht mehr selbst gewährleisten.
- Die Governance fehlt: Entscheidungen werden informell getroffen, ohne Prozess und ohne Dokumentation, was im Fall von Meinungsverschiedenheiten oder einer Übergabe Risiken schafft.
- Die Nachfolge naht: Die Nachlassplanung erfordert eine präzise Koordination zwischen schweizerischem Zivilrecht, kantonaler Steuer und internationalen Strukturen.
Der schweizerische und regulatorische Rahmen
In der Schweiz unterstehen Family Offices keiner FINMA-Bewilligung, solange sie nicht gewerbsmässig Vermögensverwaltungs- oder Anlageberatungstätigkeiten für Rechnung Dritter ausüben. Sobald sie bestimmte Schwellen überschreiten oder ihr Modell Anlageentscheidungen einschliesst, fallen sie unter die für Vermögensverwalter geltende Regulierung im Sinne des FINIG (Finanzinstitutsgesetz, in Kraft seit 2020). Diese Unterscheidung ist grundlegend: Ein MFO, das als Koordinator und Aufseher positioniert ist — und nicht als Anlageentscheider —, operiert in einem anderen Rahmen als ein Vermögensverwalter im engeren Sinne.
Warum die Schweiz?
Die Schweiz vereint ein einzigartiges Vermögensökosystem: institutionelle Solidität, Rechtssicherheit, ein erstklassiges Bankennetz, steuerliches Fachwissen und Diskretion. Der Schweizer Finanzplatz bietet zudem Zugang zu qualitativ hochwertigen unabhängigen Vermögensverwaltern, zu anerkannten Trustees und zu auf internationales Erbrecht spezialisierten Anwaltskanzleien.
Sein Multi Family Office auswählen
Die Auswahl eines MFO verdient ebenso viel Sorgfalt wie die Wahl einer Bank. Zu den wesentlichen Kriterien gehören: die tatsächliche Unabhängigkeit (keine Retrozessionen, keine Interessenkonflikte mit hauseigenen Produkten), die Qualität der Reporting-Werkzeuge, die Erfahrung des Teams in der Familien-Governance und die Fähigkeit, vermögensrechtliche Situationen über mehrere Jurisdiktionen hinweg zu koordinieren.
Ridger begleitet Sie bei dieser Überlegung. Um Ihre Situation in aller Vertraulichkeit zu besprechen, laden wir Sie ein, mit unserem Team Kontakt aufzunehmen.